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Pilzzeit im Recruiting: Yooture setzt ganz auf mobiles online-Dating


Ja ist denn schon wieder Pilzzeit? Das frage ich mich im Moment in der Tat fast täglich. Junge Unternehmen mit meist ebensolchen Teams schiessen wie Pilze in die HR-Atmosphäre. Sie treten an, um die Recruitingwelt zu retten. Vor kurzem habe ich mich mit zwei der drei Gründer von YOOTURE zum lockeren Fachsimpeln getroffen.

YOOTURE ist so ein neuer Pilz. Er will, so das junge Untenehmen aus Zürich, die Suche nach geeigneten Stellen und Kandidaten radikal vereinfachen und, ganz im Trend, eine Art online-Dating für Jobs anbieten. YOOTURE möchte geeignete Kandidaten und interessierte Firmen schneller und einfacher miteinander ins Gespräch bringen. Tönt gut – doch das höre ich nicht zum ersten Mal, ist Matching doch aktuelle DAS HR-Trendthema.

yooture Gruender

Martin Scherrer (Mitte) und Claudio Lehmann (rechts) vom Gründungsteam stehen Red und Antwort:

Also Martin, wofür steht der eigenartige und etwas gekünstelt wirkende Name?

Martin Scherrer:  „YOOTURE setzt sich zusammen aus YOU und FUTURE. Also „deine Zukunft“. Um das geht es bei YOOTURE. Um die berufliche Zukunft.

Was hat euch dazu bewogen, eure sicheren Jobs an den Nagel zu hängen und den Sprung ins Unternehmertum zu wagen?

Martin Scherrer: „Wir Gründer, waren alle über längere Zeit bei der UBS beschäftigt. Wir hatten gute Jobs, es war also nicht so, dass uns langweilig war oder wir gehen mussten. Trotzdem wollten wir alle einfach mal etwas ganz anderes machen. Als Claudio dann mit einer interessanten Geschäftsidee aufwartete, war der Entscheid schnell gefällt.“

Und weshalb das Thema Rekrutierung – Ihr seid ja keine Personaler?

Y1Claudio Lehmann: „Die Idee entstand aus eigenen Erfahrungen. Wie viele andere waren wir typische ‚Passiv-Jobsuchende’. Zufrieden im Job aber doch immer die Augen offen. Doch das ist gar nicht so einfach. Warum muss ich nach Jobs suchen? Warum werden mir spannende und passende Jobs nicht einfach vorgeschlagen? Und warum umständlich Bewerbungsunterlagen hin und her schicken, wenn zumindest die für ein Erstgespräch benötigten Informationen auf Professional Networks wie LinkedIn oder Xing bereits vorhanden sind?  Wir glauben daher, dass es im Thema Rekrutierung einiges aufzuholen gibt: Seit der Digitalisierung der Stellenausschreibungen um die Jahrtausendwende ist nicht mehr viel Innovation passiert. Der Markt ist sehr spannend und man kann etwas bewegen, das hat uns interessiert.“

Tja, der Markt ist wohl spannend, aber es ist wie bereits erwähnt Pilzsaison. Neben grossen, etablierten Playern drängen auch immer mehr Start-Ups wie zum Beispiel Truffls auf den Markt. Warum glaubt ihr, dass gerade ihr erfolgreich sein werdet?

Martin Scherrer: „Es stimmt, es gibt und gab wirklich viele neue Start-Ups im Bereich Jobs/Recruiting. Wir glauben, dass sich unsere Idee durchsetzen wird, weil sie einfach, verständlich und der Nutzen für Kandidaten wie Firmen unmittelbar erlebbar ist: Kandidaten finden auf der YOOTURE App spannende Jobs. Firmen finden auf unserer Webplattform geeignete Kandidaten. Wenn beide Parteien gegenseitiges Interesse bekunden, können die nächsten Schritte ohne Medienbrüche vereinbart werden. Das Herstellen von Kontakten zwischen geeigneten Kandidaten und interessierten Firmen geschieht für beide Seiten einfacher und schneller als auf herkömmlichen Kanälen.“

Was macht eure App besonders, wo hebt ihr euch ab gegenüber der Konkurrenz?

Claudio Lehmann: „Einerseits der Einstieg in die App: Die Nutzer profitieren nicht nur von einem Stream passender Jobs Y2sondern auch vom ‚PROFESSIONAL ME’, einem Vergleich mit anderen Nutzern , die ein ähnliches Profil haben. Wir zeigen den Nutzern wie sie ihre berufliche Attraktivität verbessern können und wie sie sich gegenüber seinen Mitbewerbern auf dem Job-Markt abheben. Anderseits sehen die Nutzer zwei Arten von Jobs: ‚MIND JOBS’, welche vor allem auf die Qualifikationen des Bewerbers passen und ‚’PASSION JOBS’, bei denen wir persönliche Interessen berücksichtigen, was übrigens sehr gut ankommt bei den Nutzern.“

Wieviele Nutzer habt ihr und wer sind eure Nutzer?

Claudio Lehmann: „Wir sind mit der App seit Ende März live und zählen zurzeit um die 7’000 Downloads. Unsere Nutzer sind meist gut ausgebildet, haben zwischen 5 und 15 Jahren Arbeitserfahrung und kommen aus der Finanzwirtschaft, der Informati, oder aus der Consulting- Wirtschaftsprüfungsecke. Insbesondere im Bereich der Graduates sehen wir kurzfristig Nachholbedarf.“

Wie könnt ihr sicherstellen, dass genügend Jobs ausgeschrieben sind, sodass beim Download auch sofort ein Nutzen entsteht?

Claudio Lehmann: „Wir haben uns entschieden, einen Jobfeed anzubinden. Wir haben mehr als 100’000 Jobs auf unserer Plattform und können somit dem App-Nutzer von Tag 1 an relevante Jobs anzeigen.“

Wie grenzt ihr euch gegenüber Sozialen Netzwerken wir Xing und LinkedIn ab, die ja im Recruiting heute auch sehr aktiv sind?

Martin Scherrer: „Zum Einen gibt es immer noch eine grosse Anzahl von Leuten, die weder auf Xing noch auf LinkedIn sind. Diese können bei uns in wenigen Schritten ein YOOTURE Profil erstellen und YOOTURE auch so nutzen. Mit dem Unterschied, dass ein YOOTURE Profil nicht öffentlich einsehbar ist. Zum Andern glauben wir, es nicht Jeder oder Jede schätzt, wenn er oder sie auf LinkedIn oder Xing von Firmen bzgl. Jobs  angegangen wird. Und zuguterletzt ist das Jobuniversum bei LinkedIn und Xing natürlich sehr begrenzt, es sind nur Jobs auf der Plattform von Kunden von LinkedIn und Xing.“

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Claudio Lehmann: „Die App ist und bleibt für den Nutzer gratis. Bei uns bezahlen die Firmen, wenn sie bei uns ein Suchprofil aufschalten. Es gibt zwei Pricing-Modelle: eine Flatfee pro Suchprofil oder Bezahlung pro Kontakt.“

Und wie geht es jetzt mit YOOTURE weiter?

Claudio Lehmann: „Wir sind jetzt gerade daran, unsere Firmenlösung auszurollen. Wir haben 12 Firmen, die mit uns die Plattform testen. Dann wollen wir in diesem Jahr noch eine Android-Version bringen und für nächstes Jahr sind einerseits die Weiterentwicklung der Plattform (Matching verbessern, App Improvements anhand von Nutzerfeedbacks etc.), andererseits die Expansion nach Deutschland mit der App geplant.“

Claudio, Martin, weiterhin viel Freude und guten Erfolg!

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