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Video to go – ein echt fürstlich gutes Beispiel

Video ist so etwas wie die Allzweckwaffe im Personalmarketing. Das Schöne dabei: Sie zu produzieren, wird immer einfacher, schneller und billiger. Für gewisse Formate, wie zum Beispiel Interview oder auf Text fokussierte Filme, lassen sich sogar selber produzieren. Eine Behörde, von der man das vielleicht nicht erwarten würde, macht’s vor.

Die Finanzmarktaufsicht des Fürstentums Liechtenstein hat ähnliche Sorgen wie viele andere auch. Sie fischen in immer seichteren Arbeitsmarktgewässern. Finanzmarktaufsicht? Das klingt, mit Verlaub, ja nicht gerade nach hemdsärmeligen Machergenen, nach einer «wir probieren das jetzt einfach mal aus – Mentalität». Doch genau die haben die Frauen und Männer dort bewiesen – und viel Frechmut. Das Resultat kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Personal- und Finanzchef Martin Schädler war treibende Kraft dieses komplett selber produzierten Videos, also gewissermassen der Marc Foster aus Vaduz. Beat Krieger, Leiter Kommunikation, übernahm die Kamera. Und Geschäftsleitungsmitglied Patrick Bont (Leiter Bereich Banken) zeigte Qualitäten, die wohl kaum in seiner Stellenbeschreibung stehen – er zeichnete für den Schnitt zuständig.

Ich habe bei seinem GL-Kollegen Martin Schädler nachgefragt.

Martin, was bringt eine Organisation wie die FMA, die ja nicht gerade im Verdacht steht, wahnsinnig extrovertiert zu sein, dazu, selber ein Imagevideo für sich als Arbeitgeber zu machen?

Martin Schädler: „Der Anlass war der 1. Karrieretag Finance an der Universität Liechtenstein. Die FMA wollte sich als attraktive Arbeitgeberin vorstellen und dies nicht mit einer PowerPoint-Präsentation. Die Mitarbeitenden sind die wichtigste Ressource für die FMA und deshalb wollten wir auch unsere Mitarbeitenden zu Wort kommen lassen.“

 

Warum habt ihr das selber gemacht und nicht produzieren lassen?

Martin Schädler: „Bei uns war die Motivation für einen Filmdreh so gross, dass wir gar nicht daran gedacht haben, den Film extern produzieren zu lassen. Wir haben bereits im Rahmen der neuen Personalstrategie beschlossen, künftig auch Videos einzusetzen. Ausserdem hatten wir auch einen ziemlichen Zeitdruck.“

 

War das aufwändig?

„Nein. Wir haben 6 Fragen notiert und aus allen Organisationseinheiten Mitarbeitende angefragt. Die Aufnahmen konnten wir in sehr kurzer Zeit durchführen. Das notwendige Equipment haben wir im nahegelegenen Einkaufscenter organisiert.“

 

Teuer?

Martin Schädler: „Auch nicht wirklich. Wir haben für die Kamera CHF 299.- und für das Stativ CHF 50.- bezahlt. That’s it.“

 

War es schwierig, Mitarbeitende vor die Kamera zu bewegen?

Martin Schädler: „Nein. Es waren alle Mitarbeitenden begeistert von der Idee und haben gleich zugesagt.“

 

Martin_Schädler_4947Wie lief der Dreh ab?

Martin Schädler: „Gedreht wurde in einem Sitzungszimmer bei uns. Wir haben allen die gleichen Fragen gestellt, welche sie vorher nicht kannten. Uns war es wichtig, dass die Mitarbeitenden spontan auf die Fragen antworten. Am Drehtag lief es so gut, dass wir zusätzlich noch Mitarbeitende angefragt haben, ob sie Lust haben mitzumachen. Alle waren dabei und hatten Spass dabei. Für jede/n Kollegin bzw. Kollegen haben wir ca. 10 Minuten benötigt.“

 

Bleibt das jetzt eine Eintagsfliege? Oder ist es gar der Anfang einer Erfolgsserie?

Martin Schädler: „Der erste Filmdreh war ein super cooles Projekt. Für mich ist klar, dass dies nicht der letzte Film der FMA war. Wir werden das Medium Film sowohl für die externe wie auch für die interne Kommunikation nutzen.“

 

Ich sage nur: Fantastisch! Der FMA ist es im Gegensatz zu anderen gelungen, mit einfachen Mitteln ein sympathisches Ergebnis zu erzielen. Es braucht keine Perfektion, um Emotionen und Informationen zu transportieren. Sondern ganz einfach eine Portion Frechmut und eine Prise Begeisterungsfähigkeit. Kompliment ins Fürstentum.

Mehr gute Beispiele zum Thema Video selbermachen und ganz einfache Tipps to go, also zum Mitnehmen, finden Sie im brandneuen Buch «Personalmarketing to go», dem vermutlich ersten Fachbuch mit Augenzwinkern. Mehr demnächst auf diesem «Kanal».

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Kommentare ( 1 )

  • Jan Willand sagt:

    Jawoll, ganz im Sinne der Begegnungsqualität, nämlich echt, lebendig und persönlich. Wobei der Aspekt lebendiger Kommunikation hier noch Potenzial hat. Aber es werden ja hoffentlich noch weitere Drehs folgen, und der Schnitt von Sequenzen, evtl. Textslides, Musik etc. wird damit von Mal zu Mal interessanter. Gut gemacht!

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