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Videointerviews selbst gemacht – 3 Tipps vom Profi

Videos gehören, zum Glück, immer mehr zum guten Ton im Personalmarketing. Videointerviews gehören nun sicher nicht unbedingt zur cineastischen Champions-League. Dafür sind sie durchaus geeignet, um Gespräche selber mit dem Smartphone aufzunehmen. Ich hab’s versucht und Filmprofi Judith Steiner hat sich das angeschaut und gibt drei einfache Tipps für selbst gemachte Videointerviews.

Über meine ersten Gehversuche habe ich im Blog von HR Today berichtet und dabei auch zwei selbst gemachte Interviews online gestellt. Eines davon, zur Einstimmung, sehen Sie hier:

Ich sags ganz ehrlich, das war gar nicht so schwer. Es braucht kein grosses oder teures Equipment. Smartphone, Mikrofon und Stativ. Fertig. Und am Schluss einfach direkt vom Smartphone auf Youtube laden – in meinem Fall ungeschnitten, also ohne Mehraufwand. Doch lohnt es sich, vor den ersten Gehversuchen professionelle Tipps einzuholen. Ich habe das im Sommer bei Judith Steiner gemacht. Sie hilft Anfängern wie mir in praxisnahen Kursen, die übelsten Anfängerfehler zu vermeiden.

Judith, was meinst Du zu meinen ersten beiden Video-Interviews?

Judith Steiner: „Mich freut es, dass  Du das Gelernte anwendest und auch den Mut hast, das Ergebnis zu veröffentlichen.  Vieles hast Du schon gut umgesetzt: Ein ruhiges Bild, einen guten Ton und ein Gesicht, das genug hell ist, dass man die Augen und ihren Ausdruck gut sieht. Marianne Iseli ist optisch mit Dir und der Kamera auf Augenhöhe. Diese Perspektive ist wichtig für das Interview. Die Blickrichtung der Interviewpartner stimmt, sie wirken entspannt und natürlich. Bei beiden Interviewpartnern hast Du einen angenehmen Bildausschnitt gewählt. Als Zuschauerin bin ich nah dran, dass ich die Personen gut sehe, wahre aber noch einen gewissen Abstand, was bei einem sachlichen Thema auch Sinn macht.  Das Galaxy S6 Edge trägt zur guten Bildqualität bei.“

Was hätte ich besser machen können?

Judith Steiner: „Marianne Iseli (hier geht es zum Video) ist zu weit unten oder die Kamera zu hoch. Ihre Augen sind fast in der Mitte des Bildes. Bei Matthias Mäder hast Du die Kamera in der richtigen Höhe positioniert. Ich zeigte Dir den goldenen Schnitt und alternativ die Drittel Regel. Bei den meisten Kameras, oder in Kamera Apps kannst Du „the grid“ einstellen. Es drittelt mit Linien Dein Bild. Geht die obere Linie über die Augen, dann stimmt die Höhe, egal, ob Du weit weg oder nah dran bist mit der Kamera. Dann sind mir noch zwei weitere Punkte aufgefallen:

Nimm die Interviewpartner weg von der Wand. Grundsätzlich es es schön, wenn es im Bild Tiefe hat. Das bekommst Du, wenn hinten z. Bsp. der Raum offen ist. Vielleicht würdest Du jetzt einwenden, dass Du wegen dem Licht Deine Interviewpartner vor die Wand stellen musstest. Weil dort das Licht vom Fenster am besten ist. Vielleicht waren dort auch viele Hintergründe, die zu stark ablenkten. Dann hast Du richtig gewählt, das Licht auf dem Gesicht ist wichtiger als die Raumtiefe. Versuche trotzdem den Interviewpartner zwei Meter vor die Wand zu stellen, er wirkt sonst „an die Wand gedrückt“ oder in die „Enge getrieben“.

Die andere ist eine ganz kleine Korrektur oder ein kleiner Schönheitsfehler. Das Bild ist schön scharf, trotzdem sucht Dein Smartphone zwischendurch den Fokus. Das gibt wie ein kleines Ruckeln im Bild. In den meisten Kamera Apps kannst Du den Fokus fixieren, das heisst, wenn der Automat das Bild scharf gestellt hat, die Einstellung so arretieren, dass sie Schärfe während dem Interview immer am gleichen Ort bleibt. Dieser Schönheitsmakel ist wahrscheinlich den wenigsten Zuschauern aufgefallen, trotzdem lenkt er auch unbewusst ein wenig vom Inhalt ab.

Aber im grossen und ganzen: „WELL DONE“ und ich bin gespannt auf die nächsten Interviews.“

Danke für die Blumen, Judith. Welche Tipps kannst Du abschliessend meinen Leserinnen und Lesern geben, wenn sie ihr Smartphone für Videos-Interviews nutzen wollen

  • Tipp 1: Stelle Dein Smartphone auf ein Stativ. Dann hast Du ein ruhiges Bild und kannst Dich auf das Interview konzentrieren.
  • Tipp 2: Benutze ein externes Mikrofon, damit Du einen guten Ton, eine prägnante Botschaft hast.
  • Tipp 3: Achte darauf, dass nichts anderes im Bild heller ist als das Gesicht. Dann wird Dein Smartphone die Belichtung so einstellen, dass man das Gesicht gut sieht. Im Optimalfall sollte das Gesicht die hellste Fläche im Bild sein.

Danke Judith – und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Spass beim Nachmachen.

Auf Wiederlesen

Übrigens: Judith Steiner gibt regelmäßig Videokurse. Hier geht es zu den Details.

 

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